1795 · GRÜNDERZEIT „Humanität zu üben, ist die oberste Pflicht eines Freimaurers. Im Jahre 1795 wurde diese Pflicht zur Tat.“ Mit diesen Worten wird am 3. Oktober im gleichen Jahr das Krankenhaus am Dammtorwall durch die Vereinigten fünf Hamburgischen Logen seiner Bestimmung übergeben.

1804 · VORBILDLICHKEIT Bereits nach wenigen Jahren gilt das Freimaurerkrankenhaus als eine der besten Einrichtungen der Stadt. Ursprünglich als Station für weibliche Dienstboten eröffnet, bekommt das Haus 1804 eine Männerabteilung. Möglich macht das eine für damalige Verhältnisse sensationelle Spendensumme von 34.000 Mark.

1885 · UMZUGSZEIT. Zum Ende des 19. Jahrhunderts stößt die sich schnell entwickelnde Gerätemedizin am Dammtorwall an bauliche Grenzen. Der Hamburger Senat stellt deshalb den angesehenen Logen ein Gelände an der aufgelösten Bastion „Sternschanze“ zur Verfügung. 1885 eröffnet das Freimaurerkrankenhaus auf den ehemaligen Wällen am heutigen Ort im Kleinen Schäferkamp.

1933 · DUNKELHEIT. Auf Gewalt und Unfreiheit gegründete Systeme sind per se Gegner der Freimaurer. Die Nationalsozialisten sehen neben Juden und Bolschewiken den größten Feind in den aktiven Freimaurern und bekämpfen sie entsprechend. Auch das Krankenhaus hat darunter zu leiden. Der langjährige jüdische Geschäftsführer des Krankenhauses Cäsar Wolf wird am 13. Mai des Jahres daran gehindert, „sein“ Haus zu betreten. So gedemütigt erschießt sich Cäsar Wolf am selben Tag vor dem Haus.

1935 · SICHERHEIT. Das Krankenhaus wird in einen selbstständigen Verein überführt, um es dem Zugriff durch die Nazis zu entziehen. Es erhält den Namen „Elisabeth Krankenhaus“.

1945 · MITMENSCHLICHKEIT. Das Haus am Kleinen Schäferkamp hat den Krieg ohne große Schäden überstanden und kann den Betrieb bald wieder aufnehmen. In den Folgejahren erlangt insbesondere die Geburtshilfe-Abteilung überregionale Beachtung. Ein früher Patient ist der junge Dramatiker Wolfgang Borchert, der hier fast ein halbes Jahr verbrachte und während seines Aufenthalts nebenstehendes Gedicht verfasste. Borchert gehört bis heute zu den wichtigsten Hamburger Autoren.

1954 · GERECHTIGKEIT. Die Vereinigten fünf Hamburgischen Logen erhalten ihr Eigentum zurück.

1984 · NEUZEIT. Das Elisabeth Krankenhaus schließt seine Pforten und eröffnet nach umfänglichen Umbauten als „Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer“. Seitdem setzt sich die Einrichtung für alte Menschen unabhängig von ihrer Religion, dem gesellschaftlichen Stand oder finanziellen Leistungsfähigkeit ein.

2008 · ENTWICKLUNGSBEREIT. Das Haus erhält einen Anbau als abgeschlossene Einheit. Er schafft neue Räume für die altenpflegerische Arbeit und verbessert die Lebensqualitäten der Bewohner.



 
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