IN BEWEGUNG BLEIBEN.

Frau K. wird 1923 geboren. Als Sie 11 Jahre ist, bauen ihre Eltern ein Haus in einer Neubaussiedlung im damals ländlichen Norderstedt. Die Familie zieht von Rothenburgsort in die neuen vier Wände. Ein glücklicher Zug, denn die alte Wohnung wird später im Krieg ausgebombt. Sie ist eine gute Schülerin, interessiert sich für Rechnen, Schreiben, Handarbeiten und Sport. Sie beginnt nach der Schule in einer Konditorei zu arbeiten wird aber 1940 für ein Jahr zum Arbeitsdienst nach Polen eingezogen. Weil Sie eine Arbeit als Zivilangestellte der Heeresstandortverwaltung bekommt, bleibt sie für weitere drei Jahre in Polen und lernt dort auch ihren ersten Mann, einen Soldaten, kennen.

1944 flüchtet sie vor den vorrückenden russischen Truppen in einem Zug nach Hamburg, zurück zu ihren Eltern. Durch Tierhaltung, Gemüseanbau und die Möglichkeit, Torf zum Heizen zu stechen, ist die Familie auch in den Kriegsjahren mit Essen und Wärme versorgt. Frau K. heiratet und bekommt einen Sohn. Kurz nach dem Kriegsende stirbt ihr Mann bei einem Verkehrsunfall.

Frau K. heiratet ein zweites Mal, einen Kindheitsfreund, mit dem sie gemeinsam nach Eimsbüttel zieht. Sie bekommen eine Tochter.

Frau K bewirbt sich bei Karstadt und arbeitet bis zu ihrer Rente als Verkäuferin in der Wäsche- und Miederabteilung 

1962 dann die Tragödie, ihr Sohn, gerade 17, stirbt bei der großen Flut in Hamburg. Sie lässt sich von ihrem zweiten Mann scheiden.

Sie ist viel unter Leuten, Tanzen und Musik gehören nach dem Krieg zu ihren Interessen und als Rentnerin wird sie Mitglied im Wander- uns Naturfreundeverein. Mit dem Verein geht sie nicht nur jeden Sonntag wandern, sondern auch gemeinsam auf Reisen.

Frau K. hat keine Enkel, aber durch die Firma und den Wanderverein einen großen Freundeskreis, eine Bekannte wohnt sogar mit im Elisabeth.