FERNWEH NAH ERLEBT.

Durch das Leben von Herrn K. ziehen sich vor allem drei große Lieben: Seine Frau, die Seefahrt und sein eigenes Lokal „Zum Isenbeeker“.

Geboren wird er 1928 in Glückstadt, wo er als jüngster von 4 Jungs im typischen Kleinstadtmilieu aufwächst. 

Als Kind seiner Zeit muss er zum Jungvolk und später zur Hitlerjugend. In der Schule macht er Bekanntschaft mit dem Rohrstock, weiß sich aber geschickt zu helfen. Die Stöcke werden heimlich mit Zwiebeln eingerieben, so dass sie leichter zerbrechen.

Lieber erinnert er sich, wie sie als Kinder aus den für Glückstadt typischen Heringsfässern allerlei Spielgeräte wie Metallringe zum Trudeln und sogar Schlittschuhe bastelten.

Und an die trotz der Kriegsjahre unbeschwerte Zeit, die er 1940/41 bei der Kinderlandverschickung in Osterreich verbringt.

Mit 16 wird er in den Krieg eingezogen. Als der endlich vorbei ist, heiratet er mit 23. Aber dann ruft ihn die See. Als Stewart fährt er von Hamburg, seiner neuen Heimat, meist auf Linienschiffen einmal um den gesamten Erdball. In 20 Jahren auf hoher See lernt er Länder und Leute kennen.

Doch weil er oft Monate weg ist, bitten ihn seine Frau und mittlerweile 3 Kinder, endlich in den Heimathafen einzulaufen. Er folgt dem Wunsch und macht sich 1969 mit seinem ersten Lokal am Hafen „Zum Karpfänger“ selbstständig. Seiner Frau sind die vielen Seemänner und Rabauken allerdings nicht geheuer und so zieht es Herrn K. vom Hafen nach Lokstedt, wo er das Lokal „Zum Isenbeeker“ kauft und dieses mit viel Freude und Herz bis zu seiner Rente führt.

Endlich kann er noch mal mit seiner Frau auf Reisen zu gehen. Gemeinsam genießen sie die Zeit sehr.

Seine Frau wohnt heute bei der gemeinsamen Tochter in Niendorf, doch er telefoniert jeden Tag mit ihr. Sein ältester Sohn lebt als erfolgreicher Geschäftsmann in Florida. Sein zweiter Sohn war in seinen Augen ein Draufgänger und starb 2008 an Krebs. Enkelkinder hat Herr K keine, dafür aber viele schöne Erinnerungen.